Über Sequels, die eigentlich Remakes sind

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Incependence Day 2

Diese Woche saß ich in einem Pressescreening von Incependence Day 2 und war nicht gerade begeistert. Während dem Sehen beschlich mich ein Gefühl, dass ich diesen Film schon gesehen habe, nur, dass er so tut, als ob er ganz anders ist. Als ich nachher im Zug saß, las ich einen Online-Artikel des Hollywoodreporter, in dem es um Filme ging, die uns als Sequels verkauft werden, aber im Grunde Remakes sind.

Nach einiger Überlegung kam ich darauf, dass genau das bei dem Film, den ich gerade gesehen hatte der Fall war. Independence Day: Wiederkehr beginnt mit der berühmten Rede aus Teil eins, daraufhin passiert dasselbe, wie im erstem Film, mit den (fast) selben Charakteren und teilweise sogar den selben Szenen. Wenn man dann versucht mit nicht gerade gut entwickelten neuen Figuren, dem Konzept alles größer zu machen und darüber zu scherzen, den Fakt zu verstecken, dass dies wirklich der selbe Film wie Teil eins ist, dann kaufe ich das keine Sekunde ab.

Der immer steigende Fanservice
Es ist in den Sequels der letzten Zeit Mode geworden, den Fans genau das zu geben, was sie wollen und das unter jeden Umständen. Independence Day 2 ist voll davon, nur wirkt es zu keiner Zeit richtig am Platz. Aber gut, ich mochte den Film trotz ziemlich cooler Alien-Action grundlegend nicht, deswegen wertde ich ein anderes Beispiel nehmen, einen Film, der mir sehr sehr gut gefallen hat, aber genauso viel Missbrauch von Fanservice betreibt, nämlich Star Wars: Das Erwachen der Macht. Der siebte Teil der Star Wars-Saga hatte etliche Elemente, die aus der klassischen Trilogie kopiert wurden und nur dazu dienten, den Fans genau das zu geben, was die Fans mögen und schon gewöhnt sind aber nicht wirklich nötig gewesen ist. Du hast wieder einen Roboter-Sidekick, einen Bösewicht mit einer Maske, die seine Stimme verändert und einen Luke Skywalker-esquen Charakter auf einem Wüstenplaneten. Bei Star Wars 7 stört es mich aber nicht so sehr, da es wirklich nur einzelne Elemente und nicht die ganze Story wiederverwendet werden, außerdem bietet der Film so viel neue Ideen und erzählt im Endeffekt auch wirklich die gesamte Star Wars Saga weiter.

Das reicht einfach nicht aus
Ein fast schon perfektes Gegenbeispiel dazu ist einer der erfolgreichsten Filme des letzten Jahres namens Jurassic World. Es ist irgendwie ein Sequel aber im Grunde ein Remake des ersten Teils. Klar, es spielt zwar nach den Ereignissen der Jurassic Park-Trilogie, jedoch hat man hier vollkommen neue Charaktere, einen neuen Park und der Film hat bis auf ein paar Zitate und Anspielungen auf die alten Teile, nichts mit ihnen zu tun. Stattdessen passiert dasselbe, wie in Teil eins. Die neuen Dinoasurier sind gefährlicher als wir dachten und richten großes Chaos an, bei dem unsere Hauptcharaktere ums Überleben kämpfen. Hardcore-Fans könnten jetzt damit kommen, dass die Dinos und der Park viel fortgeschrittener und besser als die alten sind, aber das macht einfach keinen Film. Es genügt nicht, die Vorgänger hier und da zu zitieren und einzelne Elemente wie Jeeps und Maskottchen wieder zu verwenden, um ein echtes Sequel zu sein. Ich fühle mich als Zuschauer einfach verarscht, wenn ich mit jeder Fortsetzung den selben Film immer wieder sehe und das, obwohl das das Kino ansich ausmacht.

Der selbe Film
Egal um welchen Film es sich handelt, er ist ein Mischprodukt aus Filmen, die es schon gibt. Über die lange Zeit, in der das Kino existiert, würde ich behaupten, dass schon alles augedrückt wurde, was man mit Filmen ausdrücken kann. Wir sehen die selben Geschichten immer wieder, aber das was sich verändert und immer anders ist, ist die Erzählung. Die Perspektive der Filmemacher, die ganz individuelle Personen mit verschiedenen Erlebnissen und Ansichten sind, wirkt sich darauf aus, wie der Film erzählt ist. Das geht in alle möglichen Aspekte der Filmemache ein und kann einen Film vollkommen verändern.

Lasst mich euch ein Bespiel nennen:
Zwei Filme, die sich um das selbe Ereignis drehen und im selben Genre verankert, jedoch zwei vollkommen unterschiedliche Filme sind. Die Rede ist von Cloverfield und 10 Cloverfield Lane. Beide drehen sich um eine Alien-Invasion auf der Erde, der eine ist jedoch ein Found Footage-Film, bei dem die Charaktere den Angriff aus nächster Nähe erleben, der andere ist ein sehr subjektiver Film, der sich komplett in einem Bunker abspielt und das Ereignis nie gezeigt sondern durch Dialoge beschrieben wird. Obwohl die Filme nicht verschiedener sein könnten, sind sie im Grundton gleich und finden in der selben Welt statt, außerdem sind beide absolut großartig. Das was den Unterschied zwischen diesen beiden Filmen macht sind Perspektive und Filmemache. Das ist, was die selbe Geschichte zu zwei unterschiedlichen machen kann. In Filmen wie Jurassic World und Independence Day 2 ist die Filmemache und die Erzählung nicht erstrangig. Das ist der Fehler, den viele Blockbuster unserer Zeit machen und das ist sehr schade. Denn jede Geschichte ist eine gute Geschichte, es zählt nur, wie wir sie erzählen.

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